Evangelische Stadtakademie Hannover

Herzlich willkommen zu unserem Programm 2024
Erste Seite

Die Leiden des jungen Werthers oder die absolute Liebe

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Goethe Gesellschaft, der Kestner Gesellschaft, dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek zum 250. Jubiläum des Erscheinens des wirkungsmächtigsten Romans von J.W. Goethe.

Portrait of Immanuel Kant by Johann Gottlieb Becker, 1768

Kant im Lichte Goethes

In einem Gespräch mit Eckermann räumt Goethe ein, dass er Kant durchaus mit Gewinn studiert habe. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen der Einfluss Kants auf Goethe und dessen Spuren in seinem dichterischen Werk.

Referent: Prof. em. Dr. Eckart Förster,
Johns Hopkins University Baltimore
Termin: Mittwoch, 17. Januar 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

Werther-Rezeption in Italien

Der Briefroman Die Leiden des jungen Werthers hat nicht nur in Deutschland hohe Wogen geschlagen, sondern auch südlich der Alpen in Italien, wo Kunst und Literatur noch stark in klassizistischen Vorstellungen verfangen waren. Aus der jungen Generation von Autoren, die sich stark an Goethe orientiert haben, ragt in Italien Ugo Foscolo (1778-1827) heraus. Er hatte sich Ende des 18. Jahrhunderts von der Lektüre des Werther zu einem Briefroman anregen lassen, der bei seinem Erscheinen 1802 sogleich als „italienischer Werther“ gefeiert wurde.

Vortrag: Prof. Dr. Franziska Meier, Göttingen
Termin: Mittwoch, 31. Januar 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

 

Lektürekurs: Die Leiden des jungen Werthers

Mit der Erstveröffentlichung des ,Werthers‘ vor 250 Jahren wurde der junge Goethe praktisch über Nacht zum Bestseller-Autoren. Sicherlich großen Einfluss daran hatte auch die Vielschichtigkeit des Textes. Bei zwei Terminen (und der Aufteilung nach erstem und zweitem Buch) wollen wir diese Vielschichtigkeit herausstellen und zusammen in ausgewählten Briefen nachlesen. Dabei soll es unter anderem um Aspekte der Gattung Briefroman, Fragen der (ökologischen) Weltbetrachtung aber auch um Werthers psychische Krankheit und seine beinah fanatische Liebe zu Lotte gehen.

Gearbeitet wird mit folgender Ausgabe: Goethe, Johann Wolfgang: Die Leiden des jungen Werthers. Erste Fassung von 1774.
ISBN: 978-3-15-018632-9 (UB 67)

Referentinnen: Bianca Carina Schwarze und Sophie Charlotte Wehner
Termine: Dienstags, 20. Februar und 19. März 2024, jeweils 18:00 bis 19:30 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche, Turmzimmer
Eintritt: Für beide Termine insgesamt 10 Euro, für Studierende frei

Werther und die Salons –
eine Reihe mit Dr. Hannah Lotte Lund, Berlin

Die Goethezeit ist auch die Zeit, in der Frauen Teil der literarischen Öffentlichkeit werden, als Publikum, als Mitwirkende, Leserinnen, Autorinnen, Förderinnen, Kritikerinnen. Die drei Abende beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven die Spielräume von Frauen zwischen Literatur und Öffentlichkeit im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, ihre Ausstrahlung, Rezeption und Inspiration bis heute.

‚Letters on the Improvement of the Mind‘. Die “Blaustrümpfe“ und die gefährliche Bildung der Frauen

Was war ein Salon um 1800 und welche Möglichkeiten bot er Frauen? Insbesondere vor dem Hintergrund der zeitgenössischen, europaweiten Geschlechterdebatte, die, besonders nach der Revolution, zuviel Bildung für Damen als gefährlich erklärte. Der Abend bietet nach einem Überblick über die Entstehung der Salons in Europa einen vertieften Einblick in einen Sonderfall, den englischen Bluestocking Circle, der namensgebend wurde für gelehrte Frauen.

Vortragende: Dr. Hannah Lotte Lund, Berlin
Termin: Mittwoch, 21. Februar 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

Das Fräulein von Sternheim contra Sophie von La Roche:
Von der Salonière zur Schriftstellerin

Über die Wertherbegeisterung wurde lange vergessen, dass der erste Briefroman in Deutschland nicht von Goethe, sondern von einer Frau geschrieben wurde! Sophie von La Roche, die Mutter von Goethes Maximiliane und Großmutter von Bettina von Arnim, fand darüber ihren Einstieg in die Literatur. Der Abend diskutiert beispielhaft am Leben der Sophie von La Roche und ihrer Enkelin Bettina von Arnim den Lebensweg kluger Frauen von der Salonière zur professionellen Autorin und Zeitschriftenherausgeberin, zur politischen Stimme – mit manchem Seitenblick zu Goethe und seiner Einstellung zu schreibenden Frauen.

Vortragende: Dr. Hannah Lotte Lund, Berlin
Termin: Mittwoch, 13. März 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

Georg Oswald May (1738–1816): Marie Sophie von La Roche, geb. Gutermann von Gutershofen, circa 1776.

Werther und Goethe im Berliner Salon

Goethe mochte die Stadt nicht, doch sein Werk und das Reden über den Dichter war hier immer Thema. Die Berliner Salons wurden schon von Zeitgenossen dafür gerühmt, Orte der Goethe-Verehrung zu sein. Tatsächlich waren sie in der „Hauptstadt der Aufklärung“ Orte, wo moderne Literatur besonders schnell aufmerksam und kritisch gelesen wurde. Nach der persönlichen Begegnung mehrerer Salonièren mit Goethe im Kurort entwickelten sich ganz unterschiedliche Beziehungsgeschichten, die Literaturgeschichte schrieben.

Vortragende: Dr. Hannah Lotte Lund, Berlin
Termin: Donnerstag, 18. April 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

Leiden an Werther

Dieser Vortrag versucht, die Werther-Wahrnehmung als einem europäischen Phänomen mit Schwerpunkt im 19. Jahrhundert zu untersuchen. Ausgehend von Foscolos Goethes Briefroman nachgebildeter Erzählung Ultime Lettre de Jacopo Ortis (1802), Stendhal, Kierkegaard und Jacobsens Nils Lyhne bis zur Oper Werther von Jules Massenet (1892, deutsche Fassung des Librettos von Max Kalbeck), soll hier die Stilisierung des übersteigerten Gefühls und ihre ästhetische Funktion zur Diskussion gestellt werden. Damit handelt der Vortrag vom Umgang mit einem literarischen Elementarereignis.

In Kooperation mit der Kestnergesellschaft.

Dieser Vortrag versucht, die Werther-Wahrnehmung als einem europäischen Phänomen mit Schwerpunkt im 19. Jahrhundert zu untersuchen. Ausgehend von Foscolos Goethes Briefroman nachgebildeter Erzählung Ultime Lettre de Jacopo Ortis (1802), Stendhal, Kierkegaard und Jacobsens Nils Lyhne bis zur Oper Werther von Jules Massenet (1892, deutsche Fassung des Librettos von Max Kalbeck), soll hier die Stilisierung des übersteigerten Gefühls und ihre ästhetische Funktion zur Diskussion gestellt werden. Damit handelt der Vortrag vom Umgang mit einem literarischen Elementarereignis.

Rüdiger Görner – Europäische Toleranzgespräche in Fresach (Kärnten, Juni 2019), CC BY-SA 4.0 Deed

Referent: Rüdiger Görner, Centenary Professor emeritus for German with Comparative Literature an der Queen Mary University of London. Gründungsdirektor des dortigen Centre for Anglo-German Cultural Relations. Schriftsteller und Kritiker. Träger des deutschen Sprachpreises und Bundesverdienstkreuzes am Bande sowie des Reimar Lüst-Preises der Alexander von Humboldt-Stiftung für sein Lebenswerk. Zu Goethe u.a. folgende Buchveröffentlichungen: Wissen und Entsagen aus Kunst (1995) und Goethes geistige Morphologie (2012).

Termin: Mittwoch, 24. April 2024, 19 Uhr
Ort: Kestnergesellschaft, Goseriede 11, 30159 Hannover
Eintritt: Frei, um Spenden wird gebeten

Die Tränen des jungen Werthers.
Über das Weinen in Goethes Roman

Ausgehend von einem kurzen Abriss der zeitgenössischen Untersuchungen zum Tränenfluss in Medizin und Popularphilosophie analysiert der Beitrag die poetische, im weiteren Sinne psychologische Funktion, die das Weinen in Goethes „Werther“-Roman spielt. Die Tränen werden dem Protagonisten zu einer besonderen Form, in der er sich selbst als fühlender Mensch wahrnehmen und beobachten kann.

Im Zentrum steht dabei die Sprache, die den Empfindungen erst Ausdruck gibt. Das Wort bleibt die entscheidende Ebene, auf die sich die Tränen Werthers stets beziehen. Die Macht des Logos bleibt auch im erregten Affektzustand ungebrochen. Das weinende Ich, das uns Goethes Debütroman vorführt, ist instabil und anmaßend, schwach und doch omnipotent. Es nimmt damit das romantische Ich vorweg, das sich über Akte der autonomen Selbstsetzung zum Medium einer hybriden Subjektivität erklärt. Der Vortrag bietet hier auch Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit Formen moderner Subjektivität bis hin zur Emotionskultur der Gegenwart.

Vortragende: Prof. Dr. Peter-Andre Alt
Termin: Mittwoch, 15. Mai 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

 

… sich den Selbstmord von der Seele schreiben: Einfühlen in die Emotionalität und das Wahrnehmen des jungen Werthers. Ein Inszenierungsprojekt.

Die zentralen Themen des Briefromans Die Leiden des jungen Werthers sollen zum Inszenierungs- gegenstand werden, um so den autobiographischen Spuren des jungen Goethes im Briefroman nachspüren zu können: Goethe und die Natur – Goethe und der Adel – Goethe und die Frauen – Goethe und der Toleranzgedanke…

Die Schüler*innen eines Kurses im Fach „Darstellendes Spiel“ des 12. Jahrgangs einer Gesamtschule adaptieren den Briefroman und erarbeiten in Gruppen szenische Sequenzen zu thematischen Stationen. Dabei gehen sie mit der Textvorlage durchaus eklektisch um; gesprochen wird ausschließlich, was Goethe seinem Protagonisten und Brief(roman)autor Werther zugeschrieben hat.

Verantwortlich: Elke Helma Rothämel, Gesamtschuldirektorin der Evangelischen IGS Wunstorf
Termin: Mittwoch, 29. Mai 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

 

Die Krankheit zum Tode

Werthers Leiden: der Schlüssel für Goethe als Vordenker der Klimakatastrophe – Zur Aktualität eines Klassikers

Bereits 1774 verbindet Goethe in den ‚Leiden des jungen Werthers‘ die Möglichkeit einer irreversiblen ‚Krankheit zum Tode‘ mit dem Vorgang eines fatalen‚ Eingreifens‘ in die Natur. Und zwar eines Eingreifens in jenes Ganze der Natur, das mehr ist als Werthers empfindsam-ambivalente Wanderung vom schwärmerisch poetischen Naturgenuß und zur Natur als ‚Abgrund des ewig offenen Grabes‘ führt. Es soll gezeigt werden wie Goethes Verständnis vom krankhaft tödlichen Eingreifen in die Natur in Werthers Leiden sich fundamental weiter zur ‚Krankheit zum Tode‘ unseres Planeten und seiner Bewohner entwickelt.

Vortrag: Manfred Osten
Termin: Mittwoch, 12. Juni 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche, Leibnizsaal
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

Dr. Manfred Osten Mai 2016, eigenes Werk.

„She was cutting bread and butter”: Die Leiden des jungen Werthers in englischer (Neu)-Übersetzung

Goethes Roman ist über zwanzigmal ins Englische übersetzt worden, allein in diesem Jahrhundert schon fünfmal. Allerdings handelt es sich bei der Vorlage überwiegend um die spätere Fassung aus dem Jahre 1787. Die Originalfassung (1774) ist in den letzten 200 Jahren wohl nur einmal übersetzt worden, und zwar zuletzt 1929. Es scheint also ist jetzt an der Zeit, einem englischsprachigen Publikum den Ur-Werther vorzustellen. Im Vortrag geht es um die Erfahrungen des Referenten und Übersetzers mit einem gelegentlich unstabilen Text, die Probleme, die ihm bei der Arbeit untergekommen sind, und nicht zuletzt darum, wie man als englischer Übersetzer mit Werthers eigenen Ossian-Übersetzungen umgehen sollte.

Vortrag: Howard Gaskil, University Edinburgh
Termin: Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro, für Studierende frei

Logo der Stadakademie Hannover

Download

Aktuelles Programm der Stadtakademie

Werther, Zeichnung von Chodowiecki

 

Lotte, Zeichnung von Chodowiecki