Evangelische Stadtakademie Hannover

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18. LEIBNIZ-FESTTAGE
vom 2. – 29. September 2021


 

DAS INDIVIDUUM ALS SPIEGEL DES UNIVERSUMS

WIE DER EINZELNE MIT DEM GANZEN VERBUNDEN IST IN DEN VORSTELLUNGEN VON GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ

„Daß jede Seele in ihrer Weise ein fortwährender Spiegel des Universums ist und in ihrem Grunde eine Ordnung enthält, die der des Universums selbst entspricht, daß die Seelen in unendlich vielfacher Weise das Universum variieren und darstellen.“ – G.W. Leibniz

Sprache als Spiegel des Verstandes – Leibniz‘ Bemühungen um mehr Verständigung

Verständigung funktioniert über den Verstand, das wusste schon Leibniz. Sprache spielt dabei die Schlüsselrolle. Jede einzelne drückt nach Leibniz die Welt auf ihre Weise aus und steht in  Wechselwirkung mit ihren Sprechern und Sprecherinnen, so wie auch jedes Individuum die Welt einzigartig und zugleich in Verbindung mit allem Existierenden widerspiegelt. – In krisenhaften Zeiten gilt  es mehr denn je, das Potential von Sprache, auch unter Rückgriff auf den Universalgelehrten aus dem Barock, auf Chancen für mehr Miteinander auszuloten.

Vortrag: Dr. Annette Antoine, Berlin
Termin: Donnerstag, 2. September, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche, Leibnizsaal
Eintritt: 7 Euro

 


 

INDIVIDUUM UND (EHE -) GEMEINSCHAFT

DAS „HOCHZEITSPRÄSENT“ DES GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ
ANLÄSSLICH EINER HOCHZEIT 1695 IN HERRENHAUSEN

Als Gottfried Wilhelm Leibniz 1695 zu einer fürstlichen Hochzeit in Herrenhausen eingeladen wird, verfasst er eine Rede ‚bestehend aus sehr leichten Regeln, durch die zwischen Eheleuten eine  beständige Liebe und Glück zu erhalten sind‘. Zu seiner Epoche war das Konzept der romantischen Liebe zwischen Ehepartnern nicht vorherrschend. Mit dem ‚Hochzeitspräsent‘ ist ein bemerkenswerter Text von Leibniz erhalten, in dem er seine zwischenmenschliche Klugheit zeigt und sie dem Test der Alltagstauglichkeit aussetzt.

Vortrag: Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann, Hamburg
Termin: Donnerstag, 9. September, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche, Leibnizsaal
Eintritt: 7 Euro

 


 

EINZELN SEIN

RÜDIGER SAFRANSKI LIEST AUS SEINEM IM AUGUST ERSCHEINENDEN BUCH

Jeder Mensch ist zunächst einmal ein Einzelner. Das kann zur Belastung werden, vor der ein Leben in Gemeinschaft schützt, das kann aber auch den Ehrgeiz wecken, die eigene Individualität zu kultivieren. Zwischen diesen beiden Polen unserer Existenz hat es immer wieder eindrucksvolle Versuche gegeben, einzeln zu sein. Davon erzählt Rüdiger Safranski in seinem neuen Buch. Er beginnt  bei Michel de Montaigne und führt über Rousseau, Diderot, Kierkegaard und Thoreau bis zur existentialistischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Dabei nähert er sich aus immer anderen  Richtungen der Frage, wie weit wir es ertragen, Einzelne zu sein – eine Frage, die sich  ganz überraschend in unser alltägliches Leben gedrängt hat.

Lesung: Rüdiger Safranski
Termin: Montag 13. September, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro

 


IN KOOPERATION MITDER LEIBNIZ GESELLSCHAFT

„MEINE PHILOSOPHIE IST WOHL SEHR POPULÄR“

SELBSTERFAHRUNG UND MONADE BEI LEIBNIZ

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird an das Wirken und die Person Wilhelm Totoks erinnert, der das Leibniz-Archiv und den 1. Leibniz Kongress in Hannover maßgeblich eingerichtet hat.  Leibniz  Philosophie ist nicht als besonders populär bekannt. Zu seinen Lebzeiten wurde er von vielen Lesern dafür kritisiert, dass er abstrakte Hypothesen aufstelle, die gar nichts erklären könnten. In diesem  Zusammenhang stellte Leibniz oft eine Analogie zwischen der persönlichen Erfahrung des Selbst und dem Begriff der Monade dar. Doch bei genauerem Hinschauen gibt es mehr als eine bloße  Analogie: Ohne diese selbstreflektierende Erfahrung wären viele metaphysische Begriffe für Leibniz einfach bedeutungslos. Dieser Vortrag soll die Elemente dieses Weges zur Monade darstellen. Wenn man diesem Weg folgt, erscheint die Philosophie von Leibniz keineswegs abstrakt, sondern populär, zumindest in dem sinne, dass sie in der Erfahrung des eigenen Körpers wurzelt.

Vortrag: Prof. Dr. Arnaud Pelletier, Brüssel
Laudatio: Prof. Dr. Wenchao Li, Potsdam
Termin: Donnerstag, 16. September, 16 Uhr
Ort: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek,
Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei, begrenzte Teilnehmerzahl. Teilnahme auch über Onlineschaltung möglich. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an: kultur@gwlb.de oder telefonisch bei Martina Trauschke 0511 15676

 


 

EUROPÄISCHE PRÄGUNG

Kann es so etwas geben wie europäische Prägung? Und woraus würde sie entstehen? Simon Strauß hat mit engagierten Zeitgenossinnen und Zeitgenossen aus vielen europäischen Ländern den Verein ‚Arbeit an Europa‘ gegründet. Je stärker wir Europa nur noch als administrativ-ökonomische Institution erleben, desto weiter entfernen wir uns von seinem kulturellen Kern. Deshalb ist es heute wichtiger denn je zu fragen: Was kann Europa bedeuten? Welche Ideen stehen dahinter, welche Geschichten wurden darüber erzählt, welchen Sinn kann esstiften? Das Bedürfnis nach einem tieferen Verstehen und die Sehnsucht danach, Europa unsere Heimat zu nennen,‘ – so benennen die Engagierten ihre Triebkraft der Arbeit an Europa.Der Vortrag versucht Assoziationen eines kulturellen  Bewusstseins zu finden, aus dem sich ein europäisches Selbstgefühl zusammensetzen könnte.

Vortrag: Simon Strauß, Berlin
Termin: Mittwoch, 29. September, 19 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche, Leibnizsaal
Eintritt: 7 Euro

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