Evangelische Stadtakademie Hannover

Herzlich willkommen zu unserem Programm 2019

 

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16. Leibniz-Festtage
vom 4. September – 26. September 2019
in Kooperation mit den Kunstfreunden Hannover e. V.
Verantwortlich: Martina Trauschke

 

BAROCK. GANZ GROSSES THEATER! LEIBNIZ, DER BAROCKMENSCH

KURFÜRSTIN SOPHIE UND IHR AMSTERDAMER KUPFERSTECHER. PETER SCHENK UND SEIN NETZWERK

Am 15. April 1710 empfing Kurfürstin Sophie den Amsterdamer Kupferstecher, Verleger und Kunsthändler Peter Schenk (1660/61−1711) und trug sich in sein Freundschaftsalbum ein. Bald darauf gab Schenk das Bildnis Sofies als Kupferstich heraus.In welchen Zusammenhängen, nach welchen Regeln und mit welchen
Absichten kam es zu solchen Begegnungen und Aufträgen? Der Vortrag rekonstruiert Schenks innovatives Geschäftsmodell als Graphikunternehmer. Es zeichnete sich durch rastlose Reisetätigkeit und die Stilisierung seines eigenen Bildnisses als Markenzeichen aus. Schenk gelang es, sich den Mächtigen, den Malern und den Literaten als Freund und Kupferstecher unentbehrlich zu machen.

Referent: Prof. Dr. Thomas Döring, Braunschweig
Termin: Mittwoch, 4. September 2019, 19.00 Uhr
Ort: Landesmuseum, Willy-Brandt-Allee 5, 30169 Hannover
Eintritt : 8 Euro, Kunstfreunde erhalten bei Vorlage des Ausweises freien Eintritt


 

„FRAUENNETZWERKE UND PRINZENERZIEHUNG: CAROLINES VON ANSBACHS SOHN FRIEDRICH LUDWIG UND DESSEN NACHKOMMEN IN PORTRÄTS DES 18. JAHRHUNDERTS“

In einem Nachruf zu seiner Abreise von Hannover nach Großbritannien wird Carolines Sohn Friedrich Ludwig von Hannover als „Telemach“ bezeichnet. Hier wehklagt der anonyme Schreiber: „Ach, bleibe, bleibe doch gepriesner Telemach! Dein Abschied setzet uns in lauter Weh und Ach!“. Der Quellenfund von 1728 legt nahe, dass Friedrich Ludwig mit dem Fürstenspiegel „Die Abenteuer des Telemach“ des französischen Klerikers François Fénelon erzogen wurde. Möglich ist es; schließlich tauschten sich sowohl Caroline von Brandenburg-Ansbach als auch Sophie von Hannover Caroline von Ansbach (Charles Jervas) Sophie von Hannover und Lieselotte von der Pfalz über diesen Erziehungstraktat des 18. Jahrhunderts intensiv aus. Und: In diese Korrespondenz war auch Gottfried Wilhelm Leibniz eingebunden. Aufschluss über die Frauennetzwerke und die Prinzenerziehung im Umfeld Friedrich Ludwigs von Hannover geben eine Reihe qualitätsvoller Porträts aus europäischen Sammlungen.

Referentin: Silvia Schmitt-Maass, Osnabrück
Termin: Montag, 16. September 2019, 19.00 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 8 Euro


 

„DER FÜRST UND SEIN GENIE –
KURFÜRST GEORG LUDWIG UND LEIBNIZ“

Leibniz‘ letzter Dienstherr, Kurfürst Georg Ludwig / König Georg I. von Großbritannien, gilt in der großen Leibniz-Erzählung als Personifikation dessen, was dem Universalgelehrten am Welfenhof die Flügel beschnitt, die Entwicklung seiner philosophischen und mathematischen Gedanken hemmte, seine Bewegungsmöglichkeiten und Kontakte einschränkte und überhaupt dem Genie die gebührende Anerkennung versagte. Solche Urteile haben sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert, befördert nicht zuletzt durch externe Faktoren (wie etwa die Folgen von 1866) und vor allem durch einen Geniebegriff, der die lebensweltlichen Bedingungen gelehrten (und künstlerischen) Wirkens an den Höfen des Ancien Regime ignoriert. Diametral gegenüber steht dem das Urteil eines namhaften Wissenschaftshistorikers,
der Leibniz kürzlich „ideale Arbeitsbedingungen“ am hannoverschen Hofe attestiert hat. Im Vortrag wird versucht, das Mosaik der zeitgenössischen Quellen in kritischer Distanz zu den großen Erzählungen zu betrachten und Leibniz‘ Verhältnis zu seinem Kurfürsten aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive zu interpretieren.

Referentin: Dr. Nora Gädeke, Hannover
Termin: Mittwoch, 18. September 2019, 19.00 Uhr
Ort: Landesmuseum, Willy-Brandt-Allee 5, 30169 Hannover
Eintritt: 8 Euro, Kunstfreunde Hannover e. V. erhalten bei Vorlage des Ausweises freien Eintritt


 

LEIBNIZ IN BAROCKER GESELLSCHAFT – KONZERT U. LESUNG

Die hannoversche Residenz war im Barock berühmt fur ihre Feste, tout le monde kam angereist. Aurora von Konigsmarck hat kostliche Augenblicke festgehalten, die zu Gehör kommen sollen. Das erste berühmte hannoversche Opernhaus ersteht wieder vor unseren Ohren. Die Kammerduette von Agostino Stefani, die fur gesellige Runden in Hannover komponiert wurden, erwecken in uns die Phantasie barocker Festlichkeit.

Kammerduette von Agostino Stefani. Franziska Giesemann, Sopran; Svenja Rissiek, Mezzosopran; Philipp Polhardt, Tenor; Leitung und am Cembalo Bernward Lohr .

Termin: Sonntag, 22. September 2019, 18.00 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro


 

SIEBEN IRRTÜMER ÜBER LEIBNIZ

In allen Lexika und heute im Internet steht, Leibniz sei Diplomat gewesen. Das rechnet Hirsch ebenso zu den populären Irrtümern wie die Annahme, er sei heutzutage bedeutend, weil er das Rechnen mit Null und Eins erfunden habe. Doch soll es auch um Wichtigeres gehen. Die Monade wird gern als ‚Seelenfunken‘ edeutet, dabei ist sie zugleich die Grundlage der Materie. Damals konkurrierte die ‚Monade‘ mit dem Atom‘. Und welche Idee hat gewonnen? Eher die von Leibniz, meint Hirsch. Verteidigt werden soll auch die andere berühmte Leibniz-These, wir lebten in der besten aller möglichen Welten. Denn das scheint physikalisch ganz richtig zu sein, weil kein anderes Weltmodell nach dem Urknall Bestand gehabt hätte. Die vorgetragenen Behauptungen sollen provozieren – oder sagen wir: anregend sein.

Referent: Dr. Eike Christian Hirsch
Termin: Donnerstag, 26. September 2019, 19.00 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 8 Euro

 


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